VORBEREITUNGSKLASSE VKL

Mit Beginn des Schuljahres 2012/2013 haben wir an der Limesschule sogenannte Vorbereitungsklassen eingerichtet. Wir bezeichnen diese Klassen als Sprachförderklassen. 

Auftrag und Zielsetzung
Sprache ist das wesentliche Kommunikationsmittel und eine Voraussetzung zur Teilnahme in Gesellschaft und Schule. Die Beherrschung der deutschen Sprache ist die Grundlage für den schulischen Erfolg und damit auch dafür, sich nachhaltig für das Leben in Gesellschaft und Beruf zu qualifizieren. Sie bildet das Fundament zur Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und geringen Deutschkenntnissen. 

Sprachkenntnisse zu vermitteln, ist ein zentrales Aufgabenfeld für die Kindergärten und alle Schularten und Auftrag aller am Erziehungs- und Bildungsprozess Beteiligten. Schon im vorschulischen Bereich wird die sprachliche Entwicklung kontinuierlich beobachtet und vielfältig gefördert. Dies erfordert eine an Alter und sprachlicher Entwicklung orientierte koordinierte Zusammenarbeit zwischen Erziehungsberechtigten, vorschulischen Einrichtungen und Schulen. 

Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Herkunftssprachen in den Klassen bringen besondere Kompetenzen mit. Diese kulturellen und sprachlichen Erfahrungen sind für die Schule eine Bereicherung, stellen gleichzeitig eine Herausforderung zur Vermittlung der Unterrichtssprache Deutsch dar und erfordern in der Unterrichtspraxis differenzierende Maßnahmen. Über die abgestimmte sprachliche Förderung wird die Möglichkeit eröffnet, die Gesamtpersönlichkeit von Kindern und Jugendlichen in ihrer aktuellen Lebens- und Lernwirklichkeit zu berücksichtigen. Voraussetzung hierfür ist ein schulisches Förderkonzept, das zur Grundlage den Bildungsplan der jeweiligen Schulart hat und sich flexibel an der Bedürfnislage der Schülerinnen und Schüler orientiert.

Vorrangiges Ziel der schulischen Förderung ist, Schülerinnen und Schülern ausreichende deutsche Sprachkenntnisse zu vermitteln, um sie in die Klassen der verschiedenen Schularten einzugliedern und so die Möglichkeit zu geben, einen schulischen Abschluss zu erreichen. 

aus: Grundsätze zum Unterricht für Kinder und Jugendliche mit Sprachförderbedarf an allgemein bildenden und beruflichen Schulen, Verwaltungsvorschrift vom 1. August 2008; Az.: 33-6640.0/656/6 

Umsetzung
An der Limesschule Mögglingen wird ab dem Schuljahr 2012/2013 eine Vorbereitungsklasse VKL eingerichtet. Schüler mit einem erhöhten Sprachförderbedarf werden in der jahrgangsgemischten Vorbereitungsklasse mit dem Ziel gefördert, möglichst schnell, auch im Fach Deutsch, in die Regelklasse wechseln zu können und den Grundschulabschluss zu erreichen. 

  • Die VKL basiert auf dem jeweiligen Organisationserlass. 
  • Maßgabe ist der aktuelle Bildungsplan der Grundschule sowie Lernfelder und Basiswortschatz zur Unterrichtspraxis aus „Deutsch als Zweitsprache in der Grundschule, Herausgeber Ministerium für Kultus, Jugend und Sport BW, Stand 11/2009“. 
  • Die VKL ist eine jahrgangsgemischte Klasse mit mindestens 10 Schülern 
  • Die Anzahl der Unterrichtsstunden in der VKL sind abhängig von der Stundenzuweisung durch das Staatliche Schulamt und der Sprachstandsentwicklung des einzelnen Kindes. 
  • Den Sprachförderbedarf eines Schülers ermittelt die Schule mit Hilfe eines Fragebogens „Diagnostische Leitfragen“ nach Werner Knapp. Dieser wird dreimal im Schuljahr erhoben. Damit werden Entwicklungen deutlich gemacht und dokumentiert. Für Kinder im letzten Kindergartenjahr erfolgt die Erhebung des Sprachförderbedarfs in Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen der Kindergärten. 
  • Ergänzend werden folgende Testverfahren hinzugezogen: Stolperwörtertest, Würzburger Leiseleseprobe, Hamburger Schreibprobe HSP, diagnostische Bilderlisten. Die Durchführung der Tests erfolgt durch geschulte Kolleginnen und Kollegen der Schule. 
  • Lernzielkontrollen und Testergebnisse werden in einem Portfolioordner für das einzelne Kind gesammelt. 
  • In den Fächern Mathematik, Englisch, Mensch, Natur und Kultur, Bewegung, Sport und Spiel sowie Religion (falls belegt) nehmen die Schüler möglichst am Unterricht der Regelklasse teil. Hierbei wird in der Leistungsbeurteilung auf die sprachlich bedingten Erschwernisse des Lernens bei Kindern und Jugendlichen mit nichtdeutscher Herkunftssprache Rücksicht genommen. Je nach Sprachdefizit des Kindes können die Noten durch eine Verbalbeurteilung ersetzt werden. 
  • Die Förderung und Erweiterung der Sprachkenntnisse findet im VKL-Deutschunterricht parallel zum Deutschunterricht der Regelklasse statt. 
  • Halbjahresinformationen und Zeugnissen kann eine Leistungsbeschreibung mit Hinweisen zur Lernentwicklung und einer Aussage (Verbalbeurteilung) über die mündliche und schriftliche Ausdrucks- und Verständigungsfähigkeit beigelegt werden. 
  • Bei der Erteilung von Hausaufgaben berücksichtigt die Schule die besonderen Bedürfnisse der Schüler der VKL. 
  • Im Fach Deutsch werden die Schüler in einem eigenen und speziell ausgestatteten VKL-Klassenzimmer unterrichtet. 
  • Die Schule informiert und berät die Erziehungsberechtigten der Kinder der VKL in besonderem Maße. Sie werden in die Arbeit der VKL auf verschiedene Art und Weise eingebunden. 
  • Unterstützend wirkt der muttersprachliche Unterricht am Mittwoch für die türkischstämmigen Schüler. 

 

Stand 4. April 2012

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