SCHULREIFES KIND

 

Die bisherige Kooperationspraxis fand vorwiegend im Kindergarten statt, d.h. die Kooperationslehrerin hat einmal pro Woche die Maxis dort zuerst beobachtet und später dann selbst Unterrichtseinheiten gehalten. Trotz eines regen Austauschs mit den Erzieherinnen blieb bei manchen Kindern das Bild bezüglich ihrer Schulreife etwas diffus.

Um die Diagnostik noch intensiver betreiben zu können und die Verzahnung beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule gleitender zu gestalten, haben sich die Kindergärten St. Maria, St. Josef und die Grundschule in Mögglingen auf ein neues Kooperationsmodell verständigt. 

 Das neue Modell beinhaltet auch weiterhin bisherige Elemente wie Hospitation und Unterricht der Kooperationslehrerin im Kindergarten, wesentlich verstärkt werden jedoch u.a. die Teambesprechungen. Das Team besteht aus jeweils zwei Erzieherinnen aus den beiden Kindergärten und zwei Kooperationslehrerinnen der Schule.

Das eigentlich Neue ist Unterricht in der Schule in kombinierten Gruppen, bestehend aus den „Großen“ der Kindergärten und den Erstklässlern. Die gemischten Gruppen werden von November bis März jeweils an einem feststehenden Nachmittag von verschiedenen Lehrpersonen – Erzieherinnen und Kooperationslehrerinnen – unterrichtet. Die Kinder erfahren in diesen Unterrichtssequenzen Inhalte aus

• der Geometrie und der Mengenerfassung,

• aus Fein- und Grobmotorik und

• aus dem Bereich der Sprache.

 

Die gemischten Gruppen durchwandern alle Angebote im Wechsel. Die Unterrichtsinhalte sind alle auf Grundkompetenzen ausgerichtet, die auch für die Kinder des ersten Schuljahres relevant sind.

Durch den intensiven Kontakt der Erstklässler mit den Kindergartenkindern soll nebenbei auch ein „Helfer – und Patensystem“ erwachsen. Außerdem lernen sich die Kinder der beiden Kindergärten auf diese Weise schon vor dem Schuleintritt kennen.

Die zukünftigen ABC-Schützen erfahren nun also Unterricht direkt in der Schule. So können Hemmschwellen und Barrieren schon vor Schulbeginn abgebaut werden.

Die Erzieherinnen gewinnen verstärkt Einblick in schulisches Arbeiten. Die Kooperationslehrerinnen hingegen können die Kindergartenkinder genauer beobachten. Die Beobachtungen des Kooperationsteams werden in einem Beobachtungsbogen festgehalten, der dann auch Grundlage für die Elterngespräche ist. So werden differenzierte Aussagen über die Schulfähigkeit eines Kindes möglich. Bei Auffälligkeiten werden die Eltern beraten und Kontakte zu externen Beratungsstellen geknüpft.

Bevor im April die Schulanmeldung stattfindet, sind Zwischenreflexionen im Team, Gespräche mit den Eltern anberaumt.

Zusammenfassend können als die wichtigsten Ziele des neuen Kooperationsmodells folgende Punkte genannt werden:

• Förderung basaler Fähigkeiten

• Früherkennung von Defiziten und gegebenenfalls das Angehen von Frühfördermaßnahmen.

• Soziales Lernen mit Helfersystem und Patenschaften.

• Erleichterung des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule.

 

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